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Soziale Phobie: FAQ

Kleines FAQ

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Bitte beachtet den Disclaimer. Verbesserungsvorschläge willkommen. Fortgeschrittene können diesen Text auslassen. Abkürzungen: SP=soziale Phobie; Thera=Therapeut/-in.
Leide ich an sozialer Phobie (SP)?
Was kann ich gegen SP machen?
Ich habe ganz große akute Sorgen, mit über die ich mit Niemand sprechen kann.
Wie beginne ich eine Psychotherapie (Deutschland, gesetzliche Krankenkasse)?
Kann ich als Jugendlicher eine Therapie beginnen? (Deutschland, gesetzliche Krankenkasse)
Wie beginne ich eine medikamentöse Therapie?
Erziehen mich meine Eltern richtig?
Was kann ich bei der Erziehung meines Kindes beachten?

Allgemeines FAQs einer psychologischen Praxis (IPSIS):
Woran merke ich, dass mir psychotherapeutische Hilfe gut tun würde?
Wo kann ich Hilfe für meine psychischen Probleme finden?
Wie komme ich an eine ambulante Psychotherapie?
Wann ist eine stationäre und wann eine ambulante Psychotherapie nötig?
Welche psychotherapeutische Methode empfehlen Sie?
Woran erkenne ich den für mich „richtigen“ Therapeuten?
Ich habe mich in meinen Therapeuten verliebt. Was soll ich machen?
Meine Therapie ist ins Stocken geraten. Wie kann es weiter gehen?
Wann ist es sinnvoll, zur Psychotherapie auch Medikamente einzusetzen?

 

SP-FAQ

 

Leide ich an sozialer Phobie (SP)?
Lies Dir den ersten Überblick über die soziale Phobie durch. Eine zentrale Aussage lautet: "Die Angst vor sozialen Situationen gilt als krankhaft, wenn das Vermeidungsverhalten die beruflichen Fähigkeiten beeinträchtigt oder das soziale Leben des Betroffenen gravierend einschränkt oder wenn die Angst Leiden verursacht - oder alles zusammen." Der zweite und der dritte Überblick bieten weitere Details. Der Satz "SP ist nicht gleich SP" sei hier erwähnt, SP sieht bei jedem Menschen anders aus. Die Artikel gehen auch darauf ein, was die Unterschiede von SP, selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung, sozialen Kompetenzdefiziten, Schüchternheit und anderen Angsterkrankungen sind. Zusätzlich sind hier im Lexikonbereich die Definitionen von Phobie, sozialer Phobie und ängstlich vermeidender bzw. selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung aufgeführt.

Was kann ich gegen SP machen?
Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten, da sie sehr allgemein ist. Informiere Dich über SP, erkenne die Mechanismen die Ablaufen. Tausche Dich mit anderen in Foren aus. Versuche einen neuen Zugang zu Deinen Ängsten zu finden und arbeite an Dir. Versuche evtl. alte belastende Probleme zu bewältigen. Baue an deinem Freundes- und Bekanntenkreis: Vereine, Clubs, Selbsthilfegruppen, Internet-Kontaktforen. Betreibe Ausdauersport, etc. Die drei Informationstexte über SP geben einen erste Einführung in Therapieaspekte.

Ich habe ganz große akute Sorgen, mit über die ich mit Niemand sprechen kann:
Du kannst Dich z.B.anonym der Telefonseelsorge oder anderen Beratungsstellen anvertrauen. Weitere Links findest Du dazu Links->Prävention. Die Leute von der Telefonseelsorge sind sehr nett, sie können Dir evtl. auch lokale Beratungsstellen nennen, die für Dich in Frage kommen. Vielleicht möchtest Du es auch ein einem Selbsthilfe-Forum posten? Such Dir ein Forum im Link-Bereich aus.

Wie beginne ich eine Psychotherapie (Deutschland, gesetzliche Krankenkasse)?
Suche Dir einen kassenzugelassenen psychologischen Psychotherapeuten. Hilfreich sind hier: Empfehlungen von Bekannten, Anfordern einer Liste von zugelassenen Therapeuten der Region von der Krankenkasse oder der kassenärztlichen Vereinigung, Beratungsstellen, Vermittlungsstellen. Dein (Fach-)Arzt kann Dir evtl. einen Thera empfehlen. Oder zur Not die gelben Seiten. Du rufst bei den in Frage kommenden Thera an, und fragst z.B. nach Therapiekonzept, Dauer der Wartezeit, Erfahrung mit Deinen Beeinträchtigungen. Typischerweise kommst Du erst mal auf eine Warteliste und musst mehre Wochen oder Monate warten, bis ein Platz frei wird. Falls Du ein grosses Leiden verspürst solltest Du es sagen. Hilfreich kann natürlich auch sein, sich evtl. bei mehreren Thera auf die Warteliste setzen zu lassen, um so den frühestmöglichen Platz zu bekommen. Nun hast Du Deine ersten probatorische Sitzungen, d.h. sie dienen dazu zu klären, ob Du und der Thera zusammenpasst. Die probatorischen Sitzungen solltest Du ausnutzen. Informiere Dich bei Deiner Krankenkasse über die Modalitäten, ob z.B. 5 probatorische Sitzungen pro Thera gemacht werden können. Nach den probatorischen Sitzungen schickt der Thera dich zu einer ärztlichen (Konsoliar-)Untersuchung, um körperliche Ursachen ausschliessen zu können. Eine Untersuchung beim Neurologen kann auch sinnvoll sein. Der Thera schickt danach ein Gutachten an die Krankenkasse ab und nach der Genehmigung kann die Therapie dann richtig losgehen.
(Mehr Infos, Links, Adressen, Telefonnummern dazu im Menüs Psychotherapie->Therapeutensuche+ Weitere Infos & Links-> Therapeutensuche)

Kann ich als Jugendlicher eine Therapie beginnen? (Deutschland, gesetzliche Krankenkasse)
Müssen meine Eltern von der Therapie wissen und kriege ich dann einen Brief nach Hause? Wenn du dein eigenes Krankenkassenkärtchen hast, müssen deine Eltern davon nicht erfahren, auch nicht, wenn du minderjährig bist. Therapeuten unterliegen genauso wie Ärzte der Schweigepflicht. Sieht der Therapeut dich jedoch in Lebensgefahr, ist er verpflichtet, deine Eltern zu informieren.

Der Brief der Krankenkasse mit der Zusage bzw. Ablehnung der Kostenübernahme MUSS NICHT zu dir nach Hause geschickt werden. Du (bzw. dein Therapeut) kannst die für dich zuständige Geschäftsstelle deiner Krankenkasse anrufen und darum bitten, KEINEN Brief heimzuschicken. Das kennen die schon, du bist kein Einzelfall und i. A. machen sie das problemlos.Quelle (*)

Wie beginne ich eine medikamentöse Therapie?
Wende Dich dazu an einen Neurologen oder einen Psychiater. Falls später die Medikamente und Dosis feststehen, verschreibt die dann auch evtl. der Hausarzt. (Beim Psychiater stehen seelische Erkrankungen wie Neurosen und Psychosen im Vordergrund, wohingegen beim Neurologen biologische Ursachen im Vorderund stehen.). Siehe auch Menü Medikamente.

Was kann ich bei der Erziehung meines Kindes beachten? / Erziehen mich meine Eltern richtig?
Im Menü "Soziale Kompetenz->Erziehung" gibt es einen Überblick, wie gute Erziehung aussieht, und was typische Fehler sind. Diese Informationen sind für Kinder und Eltern gleichmermassen geeignet.

  • Kinder bzw Jugendliche können überprüfen, ob sie eine falsche Erziehung erdulden müssen. Wenn dies der Fall ist, können sie aktiv werden, und sich besser von dem Unrecht abgrenzen bzw. schützen. Möglichkeiten sind z.B. mit Beratungsstellen über die Eltern sprechen, die Eltern zu einer Elternausbildung schicken. Evtl. könnte therapeutische Unterstützung notwendig sein.
  • Eltern können reflektieren, ob sie z.B. genug Respekt vor den Kindern haben, und ihre Kinder bestmöglich fördern.

Weitere Verweise z.B. zu Erziehungsberatungen und anderen Kontakt- und Beratungsstellen sind in den Bereichen "Links->Kinder haben Rechte" und "Links->Prävention Kindesmisshandlung" aufgeführt. (Zitat: "Forscher halten die Wirksamkeit von Elternausbildung für inzwischen so hinreichend belegt, dass sie vorschlagen, in Zukunft solche Kurse bereits an Schulen anzubieten, spätestens aber werdenden Eltern während der Schwangerschaft.")


 

 

Allgemeins FAQ einer psychologischen Praxis

 

1. Woran merke ich, dass mir psychotherapeutische Hilfe gut tun würde?

Konflikte und Belastungen, auch Nervosität, innere Unruhe, Erschöpfungszustände, Ängste, Niedergeschlagenheit, körperliche Symptome ohne erkennbaren Grund, störendes Verhalten und familiäre Probleme sind weithin bekannt. Spätestens wenn Beschwerden länger anhalten, ernsthaft belasten und eigene Bewältigungsversuche wirkungslos bleiben, kann eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll und notwendig sein.

2. Wo kann ich Hilfe für meine psychischen Probleme finden?

Erste Ansprechpartner können der Hausarzt/die Hausärztin sein, die dann ggf. zu Fachkollegen wie ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten weitervermitteln. Bei kurzfristigen Krisenzuständen kann die Telefonseelsorge i.d.R. rund um die Uhr angerufen werden. Die Mitarbeiter haben eine besondere Ausbildung für die Beratungssituation am Telefon.

Weitere Anlaufstellen können öffentliche Beratungsstellen z.B. Ehe-, Familien, Erziehungs- Krisen-, Drogenberatungsstelle, kirchliche Beratungsstellen, Pro Familia, Beratungsstellen bei sexuellem Missbrauch u.a. sein. Man findet sie unter der jeweiligen Bezeichnung im Telefonbuch. In einer Beratungsstelle kann man unverbindlich zunächst einen einzelnen Beratungstermin wahrnehmen, ggf. schließen sich weitere Beratungstermine an. In der Regel ist die Beratung kostenfrei.


Auf weitern Seiten zur Selbsthilfe, Psychotherapeutische Kliniken und Suchdienste für ambulante Psychotherapie (vgl auch die Quelle) finden Sie weitere Informationen und Adressen. Wenn Sie akute oder gravierende psychische Probleme haben - wie z. B. Selbstmordgedanken - sollten Sie sich direkt mit der Ambulanz der für Ihre Region zuständigen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Verbindung setzen.

3. Wie komme ich an eine ambulante Psychotherapie?

Auf unserer Seite Ambulante Psychotherapie (Kopie)(Quelle) finden Sie hierzu ausführliche Informationen.

4. Wann ist eine stationäre und wann eine ambulante Psychotherapie nötig?

Stationäre Psychotherapie ist dann sinnvoll, wenn eine intensive psychotherapeutische Behandlung im Abstand zu den eigenen Alltagsanforderungen durchgeführt werden soll. Durch den stationären Aufenthalt bestehen mehr Zeit, mehr Behandlungsangebote und ein geschützterer Rahmen, um sich mit sich selbst, der eigenen Geschichte und eigenem Problemverhalten auseinander zusetzen. Bei stark ausgeprägten psychischen Störungen ist die stationäre Behandlung manchmal zwingend erforderlich, wenn z. B. die Fähigkeit zur Alltagsbewältigung nicht mehr gegeben ist, wenn schwere körperliche Begleiterkrankungen oder Beeinträchtigungen bestehen (z.B. Essstörung) oder bei psychischen Krisen wie Selbst- oder Fremdgefährdung.

Ambulante Psychotherapie ist dann möglich, wenn regelmäßige Termine wahrgenommen werden können und eine vertrauensvolle Beziehung zum Therapeuten aufgenommen werden kann, so dass auch belastende und schwierige Themen besprochen werden können. Hierbei können auch aktuelle Alltagsprobleme in die Behandlung unmittelbar einbezogen werden.

(Anmerkung: Welche Art von Klinik? Da gibt es drei Möglichkeiten:

  • Allgemeinkrankenhaus: Ist dein körperlicher Zustand sehr schlecht und bedrohlich, ist es das Beste, erst mal in ein Allgemeinkrankenhaus zu gehen und sich aufpäppeln zu lassen.
  • Psychiatrie: Bist du suizidal oder auch psychotisch oder schizophren, wäre die Psychiatrie der nächste Ansprechpartner.
  • Psychosomatische Fachklinik: Ansonsten werden die Probleme generell in psychosomatischen Fachkliniken behandelt.)

5. Welche psychotherapeutische Methode empfehlen Sie?

Es ist schwierig, allein von den Beschwerden her über die richtige Behandlungsform zu entscheiden. Nur ein Psychotherapeut kann mit Ihnen in Vorgesprächen klären, welche Art und Dauer von Psychotherapie für Sie sinnvoll ist. Gegebenenfalls wird Ihnen der Psychotherapeut auch eine Behandlungsform empfehlen, die er nicht selbst durchführt und Sie dazu auch weiter vermitteln.

6. Woran erkenne ich den für mich „richtigen“ Therapeuten?

Wichtigstes Kriterium für eine erfolgreiche Psychotherapie ist die therapeutische Beziehung, innerhalb der Sie als Patient "korrigierende" Erfahrungen machen können. Um auch schmerzliche oder schambesetzte Themen offen zu besprechen, bedarf es einer vertrauensvollen Beziehung, in der Sie sich verstanden und sicher fühlen. Im Verlauf eines psychotherapeutischen Prozesses kommt es erfahrungsgemäß über kurz oder lang aber auch einmal zu Spannungen innerhalb der therapeutischen Beziehung, deren Bewältigung für Ihre Entwicklung wichtig sein wird. Deshalb sollten Sie zu Beginn prüfen, ob Sie sich vorstellen können, auftretende Schwierigkeiten mit dem Therapeuten gemeinsam durchzustehen und zu lösen.

7. Ich habe mich in meinen Therapeuten verliebt. Was soll ich machen?

In dem verlässlichen Rahmen einer Psychotherapie kann sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihrem Therapeuten entwickeln. Dieser kann dabei vorübergehend eine wichtige Rolle für Sie einnehmen, so dass auch intensive Zuneigungsgefühle entstehen können (aber auch Hassgefühle). Für den Erfolg der Therapie kann es sehr wertvoll sein, diese Gefühle anzusprechen.

8. Meine Therapie ist ins Stocken geraten. Wie kann es weiter gehen?

Die Erfahrung zeigt, dass während einer Therapie auch Phasen auftreten, in denen es nicht weiter geht, Symptome sich nicht bessern oder gar schlimmer werden. Wichtig ist es dann, nicht die Flinte ins Korn zu werfen und zu verstehen, dass kein Versagen oder Fehler vorliegen, sondern dass unbewusste Hemmungen den Fortschritt der Therapie behindern. Oft ist es von besonderer Bedeutung und lohnend diese Schwierigkeiten offen zu besprechen und zu klären. Meistens kann dann die Therapie erfolgreicher weitergeführt werden.

9. Wann ist es sinnvoll, zur Psychotherapie auch Medikamente einzusetzen?

Meist ist es sinnvoll, während einer Psychotherapie weitgehend auf Medikamente, die auf die Psyche Einfluss nehmen (Psychopharmaka), zu verzichten. In der Psychotherapie setzen Sie sich mit Ihren Gefühlen und Befindlichkeiten auseinander und können Veränderungen umso besser kennen lernen, je weniger Ihre Stimmung von Medikamenten verändert wird.

Dennoch gibt es Situationen, in denen der Einsatz von Psychopharmaka parallel zur Psychotherapie sinnvoll sein kann. Dies ist vor allem von der Schwere der Erkrankung und der Symptome abhängig. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung, wie viel medikamentöse Entlastung erforderlich und sinnvoll, und wie viel Auseinandersetzung mit der Symptomatik für den psychotherapeutischen Prozess unabdingbar ist.