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Soziale Phobie Kompendium: Grundlagenwissen zum Flirten

Flirten

Drucklayout vs. Onlinelayout
  1. Flirten vs. Verliebtheit vs. Liebe
  2. Vorurteile gegenüber dem Flirten
  3. Praxis des Flirtens:
  4. Einige Flirtziele
  5. Flirten vs. Machtflirt
  6. Flirten vs. Angst
  7. Flirten vs. eigene Schwächen
  8. Menschen mit Problemen beim Flirten
  9. Tipps
  10. Übungen

 

Flirten vs. Verliebtheit vs. Liebe

 

Umgangsprachlich wird mit dem Ausdruck Flirt meist eine erotisch gefärbte Tändelei oder ein Anbandeln beschrieben. Eine ernsthafte Liebeserklärung wird nicht als Flirt bezeichnet. Zwei Menschen - oder nur der eine dem anderen - signalisieren einander diese Tatsache lediglich. Sie befassen sich nach außen mit dem ganz normalen Kontakt, spielen Tischtennis, reden über Gott und die Welt oder befinden sich nur gemeinsam an einem Ort. Mit Blicken, der Stimme, der Körperhaltung, dem zugewandten Interesse oder auch Provokationen erhält der Flirtpartner Hinweise auf "mehr", aber eben nur Hin- und keine Beweise, u.U. noch nicht einmal dafür, dass es sich bereits um einen Flirt handelt. Unter Kinder und Jugendlichen ist es geradezu ein Sport herauszufinden, wer an wem interessiert ist - und ihn dann zu "outen", also bloßzustellen.

Wenn der Flirt wechselseitig ist, fühlt man sich begehrt und attraktiv und genießt es den Anderen zu begehren. Das Leben lockt plötzlich und sieht in mir und um mich herum strahlender aus - wenn es ein guter Flirt ist. Und, merkwürdigerweise, der gerade noch verzweifelt gesuchte Sinn im Leben ist gar kein Problem mehr - seit das Leben sinnlicher geworden ist. Selbst die "sinnlose Arbeit", die man noch kurz zuvor für die Ursache allen Übels hielt, hat nichts Erdrückendes mehr, sondern kann einfach erledigt werden. Die Welt erscheint nicht mehr so erdrückend, überfordernd, leer und lustlos. Bei vielen sinkt der Alkohol-, Zigaretten- und Fernsehkonsum und der Kühlschrank stellt so wenig eine Bedrohung dar wie eine Boutique. Tägliche Konflikte werden leicht, souverän und großzügig gelöst. Man entscheidet beruflich intuitiver und wird eher bereit., Verantwortung zu übernehmen. Durch Flirten geraten Menschen in gute Beziehungen. Flirten kann manchen Bedarf an psychologischer Beratung und Therapie überflüssig machen, denn es fördert direkt die persönliche und die soziale Lebensqualität und hilft so seelisches Leid zu senken und neuerlichem vorzubeugen.

Flirten unterscheidet sich von Verliebtheit. Wenn man verliebt ist, kann man zwar auch flirten und wird das wohl auch meist tun. Aber nicht jeder der flirtet, ist verliebt, und nicht jeder, der verliebt ist, flirtet. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass der Verliebte schon weiß, dass er den anderen will, der Flirter weiß nur, dass er vielleicht wollen könnte. Deutet jemand einen Flirt stets als Bemühung um eine Liebesbeziehung, so wird sein Flirtverhalten auch erheblich durch die Gefahren der Liebe mitbestimmt

Hoffnungslose Verliebtheit entsteht vor allem dann, wenn jemand sehr schnell einen Flirt bereits mit Verliebtheit verwechselt. Die Weigerung des Umschwärmten sich auf eine Beziehung einzulassen, regt seine Phantasie nur noch mehr an, bzw. beschränkt sein Gefühlsleben auf die Phantasie. Manche Menschen können so Jahre damit verbringen, sich um jemanden zu bemühen - der nicht will, aber sie auch nicht entschieden zurückweist. Im Extremfall gerät ein Mensch in einen Liebeswahn, ohne dass der Umschwärmte etwas davon wissen muss oder nachvollziehen können muss, was er dazu beigetragen haben soll.

Im Moment der "Liebe auf den ersten Blick", vor allem, wenn sie gegenseitig ist, sehen etliche den effizientesten Flirt überhaupt, sozusagen der Treffer im Lotto. Dieses Verständnis von Flirt ist einer der Gründe, warum so viele Menschen nicht mehr flirten: Sie warten auf den großen Durchbruch.

Auffällig ist, dass Flirten zu allen Zeiten fast ausschließlich als der kurze Weg zum langen Glück einer sexuellen Liebesbeziehung gesehen wurde. Diese Sichtweise ist verengt und dadurch irreführend. Sie ist mit einer der Gründe dafür, dass vielen Menschen das Flirten so schwer fällt und sie sich so schwer tun, das Flirten zu lernen bzw. zu praktizieren (was denken denn die Leute!). Tatsächlich ist der Flirt mit erotischen- oder Liebesgefühlen nur ein spezieller Fall des Flirts, aber keineswegs der einzige, möglicherweise nicht einmal der entscheidende.

In der erotischen Liebesbeziehung sind alle drei hauptsächlichen Beziehungsziele eines Menschen verdichtet: Wunsch nach Nähe, Wunsch nach Sexualität, Wunsch nach sozialer Bedeutung und Macht. Da man sozusagen drei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, also einen Freund, einen Lover und einen sozialen Status zugleich bekommen kann, konzentrieren viele Menschen ihr Flirten auf dieses eine Ziel. Ist es einmal erreicht, hört das Flirten auf. Zum einen glauben sie, bereis alles Wesentliche zu haben. Zum anderen setzen sie sich ungerne dem Verdacht aus, weitere Partner suchen zu wollen. Viele Menschen gehen nicht mehr auf Feste oder stellen das Tanzen ein, sowie sie eine "feste Beziehung" haben. Auf einem Fest bleiben sie stets in der Nähe des Partners oder tanzen nur noch mit diesem.

 

Vorurteile gegenüber dem Flirten

 

Vorurteil: Flirten wird oft als eine Art Naturphänomen wie Verliebtheit betrachtet. Diese "trifft" einen, man kann sie nicht "lernen". Die Folge dieser Haltung ist, dass man warten muss bis "es" von alleine irgendwie passiert, und wenn nicht, hat man eben Pech gehabt.

RICHTIG: Alles, was wir spontan gut können, hat eine lange Lerngeschichte hinter sich. Aller Anfang ist schwer. Auch das spontane Kind muss lernen, sein selbstvergessenes Flirten auf die soziale Situation so anzupassen, dass es sich weder völlig zurückzieht, noch abgrenzungslos auf jeden zugeht.


Vorurteil: Wer flirtet, strebt immer eine Liebesbeziehung an. Daher ist das Flirten mit hohen Erwartungen und Ansprüchen an sich und den Partner verbunden. Und da der Betreffende alle die notwendigen Informationen zu seiner Sicherheit nicht hat - verzichtet er lieber meist auf den Flirt.

RICHTIG. Flirten ist durchaus vereinbar mit dem Wunsch nach einer Beziehung ist und geht solchen oft voraus. Aber Flirten ist nicht nur dazu da und führt nicht zwangsläufig dorthin. Betrachtet man den Flirt wirklich als eine Art Miniaturverliebtheit mit einem eigenen Lebensrecht, kann man ihn unbeschwerter genießen und praktizieren. Man kann ja auch die Natur lieben, ein kühles Bier, einen wundervollen Tratsch, seinen Hund oder seine Oma. Warum also nicht etwas Liebenswertes an meinen Kommilitonen neben mir finden und genießen? Lassen Sie jedem Moment in der Begegnung seine eigene Würde und missbrauchen ihn nicht als Mittel zum Zweck.


Vorurteil: Flirten heißt immer, dass jemand ein sexuelles Interesse an seinem Gegenüber hat.

Richtig: Ein sexuelles Interesse kann beim Flirt eine Rolle spielen kann. Falsch ist, dass dies zwangsläufig und immer der Fall ist. Wer nämlich in allen möglichen Beziehungstypen flirten kann, kann es auch in erotischen Beziehungen, und wer es in alltäglichen Begegnungen nicht kann, kann es in erotischen Beziehungen erst recht nicht. Wer dies als einen lästigen Umweg betrachtet, hat schon verloren.

Vorurteil: Flirten ist ein Vorspiel einer sexuellen oder sonst wie gearteten Liebesbeziehung und hat nur als dieses Vorspiel seinen Sinn.

Richtig ist vielmehr, dass das Flirten Ausdruck einer fundamentalen Fähigkeit fast aller höheren Lebewesen ist und in sämtlichen sozialen Begegnungen auftreten kann.

 

Praxis des Flirtens

  Vorraussetzung

In jedem Fall setzt der Flirt voraus, dass ich auf einen anderen Menschen positiv reagiere und bereit bin, etwas für ihn zu tun. Der totale Flirtkiller besteht darin, auf Menschen negativ zu reagieren und nur etwas zu fordern. Das ist z.B. der Fall, wenn Sie nur trübselig auf einem Fest sitzen und warten, dass jemand Sie erlöst. Sie sind dann allenfalls eine Herausforderung für ein Helfersyndrom. (Gönnen Sie ihm keinen Erfolg, er geht dann nämlich zum nächsten Projekt...) Zum Flirten gehören alle Verhaltensweisen, die Autonomie Ihres Gegenübers und ihre eigene berücksichtigen und respektieren:

1. Wenn es mir gelingt, den angeflirteten Menschen zu respektieren, neugierig zu sein, ihm Raum für seine Möglichkeiten lassen, kann ich nicht viel falsch machen. Versuche ich hingegen den anderen zu manipulieren , ihn auszutricksen, einzuschränken usw., dann habe ich nicht mehr viel Chancen, etwas richtig zu machen.

2. Den gleichen Respekt wie für mein Gegenüber muss ich allerdings mir selber zukommen lassen. D.h., ich darf mich selber ebenfalls nicht übergehen, abwerten, manipulieren, mir eine Fassade zumuten, mich einengen usw.

Folgende Stichpunkte beschreiben Aspekte des Flirtens:
sich attraktiv machen, pflegen, mitreißen, engagiert sein, interessieren, unterhalten, kooperativ, hilfsbereit, aufmerksam, empfindsam, offen, verletzlich, hilfsbereit, leidenschaftlich, sehnsüchtig, eigene Meinung, Position, Standpunkt, Einfühlung, Angst vor Trennung, besorgt, originell, kreativ, lebendig, aufmerksam, interessiert, echt, stimmig, direkt, unmittelbar, echt, dezent, wahrt Abstand, lässt Raum und Zeit, wertschätzend, respektvoll, lächeln, humorvoll, freundlich, genießen, Freude, Überraschung, aufgeregt, Schwalbe im Bauch, berührt, Risiko, wagt etwas, ist angreifbar, aggressiv, großzügig, entgegenkommend.

Spiel mit den Möglichkeiten


Der Flirt als "Spiel mit Möglichkeiten" erlaubt den Mitspielern, etwas über die eigenen und die Möglichkeiten des anderen herauszufinden, ohne, dass der "Ernstfall" dazu nötig ist. Dadurch werden sowohl die angeborenen Möglichkeiten des Verhaltens miteinander überprüft, aber auch die, die in einer bestimmten Zeit jeweils nützlich oder erwünscht sind. Man ist sich sowohl der eigenen als auch der möglichen Verhaltensweisen des Gegenübers bewusst. Flirten wird hier als eine Art "als ob Verhalten" gedeutet. Man probiert aus, tut so als ob man bereits innerhalb der einen oder anderen Beziehungsart wäre. So erlernt man spielerisch seine Möglichkeiten und Grenzen in zahllosen Situationen. Wichtig beim Flirten immer, dass sowohl Nähe als auch Distanz angeboten wird, und der andere nicht genau weiß, wo die Grenze ist, diese somit spielerisch gesucht werden und keiner wissen kann, wer wann wo Stop sagt. Zum einen offenbaren die Beteiligten ihre Bedürfnisse und Ziele bzw. ihre Angebote. Im Wesentlichen geht es aber darum, Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen und Visionen sowie Wege zur Realisierung erst einmal zu entwickeln.
Es gibt Hinweise darauf, dass es sich um eine fundamentale Fähigkeit handelt: Fällt diese Fähigkeit aus und kann ein Mensch nicht flirten gerät er in eine beträchtliche Isolation.

Blicke

Blicke können Flirts erleichtern oder erschweren oder sich darin erschöpfen. Es wäre auf jeden Fall falsch zu glauben, aus Blicken könnte man zuverlässige Schlüsse ziehen. Es ist auf Dauer besser, man geht noch auf andere Weisen in einen Kontakt und überprüft seine Meinungen und Urteile. Es spricht zwar einiges dafür, dass sich Sympathien auf den ersten Blick auch langfristig bewähren. Fehlende Sympathie hingegen heißt gar nichts, Abneigung sehr oft nichts. Letztere macht sich oft an irgendeiner Äußerlichkeit fest - wenn sie dann irgendwann einmal in den Hintergrund tritt, sieht die Person ganz anders aus.

Die flirtenden Blicke sind neugierig, herausfordernd, auffordernd, bedeutungsvoll, kokettierend, vielsagend, vielversprechend, aufregend, sehnsüchtig, liebevoll, hingebungsvoll, unruhig, aufgeregt, schmachtend, provozierend, flirrend, erotisch, heiß, neugierig, interessiert, zugewendet, strahlend, glücklich, aufmerksam, berührt, bewegt, getroffen, wartend, unschlüssig, zaudernd, verlangend, schüchtern, leidenschaftlich, wehmütig , verträumt, kurze oder lange Blicke, sinnlich usw.

Was für die Musik die Pause, ist für den Blick das Wegblicken. Wenn Sie wegsehen, hat der Andere eine Chance hinzusehen. Wenn beide wegsehen, haben beide eine Chance, sich Zeit für ihre eigenen Gefühle, Phantasien und Gedanken zu machen. Nichts tötet einen Flirt mehr als Hektik und Eile. Es spricht nichts dagegen, das Hin- und Wegsehen absichtlich zu dosieren. Sie werden dann merken, dass das Spiel auch Ihnen gut tut. Sie geraten nicht so leicht in Versuchung, ins Glotzen und Starren zu kommen. Sie werden nicht so leicht abhängig vom angeschwärmten Gegenüber. Sie signalisieren sich selber, dass der Flirt nur ein Teil ist, und dass es noch anderes im Leben gibt. Durch die Art und Weise des Wegsehens und partiellen Hinsehens können sie so unter Umständen mehr über sich und Ihre Gefühle erfahren, als wenn Sie wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf das vermeintliche Ziel Ihrer Träume starren.

Ein Riesenfehler beim Flirten besteht darin, keinen anderen mehr anzusehen und nur noch den umschwärmten Menschen anzustarren. Selbst wenn es Ihre große Liebe wäre und diese auf Gegenseitigkeit bestünde, wäre es besser, auch anderen die Ehre zu geben. Wenn Ihr Schwarm sieht, dass auch andere Menschen freundliche Blicke bekommen, ist er eher herausgefordert, seinerseits etwas zu tun. Die Kunst des Flirtens besteht ja gerade darin, ein Begehren beim Anderen auszulösen. Sollte Ihnen, weil ihr Flirtgegenüber von hypnotischer Macht ist, das Gesicht stehen geblieben sein und sie fühlen sich völlig erstarrt, dann lösen Sie sich von der Situation und erholen sich bei etwas Schönen, zu dem Sie eindeutigen Zugang haben (möglichst keinen Alkohol oder Zigaretten). Sehen sie z.B. jemand anders an, den Sie gerne ansehen. Und werfen sie dann von dem dabei neu entstehenden Vorrat an gutem Befinden dem Menschen einen freundlichen Blick zu, mit dem Sie flirten wollen. Das funktioniert auch dann, wenn niemand da ist: Denken Sie einfach an ihn.

Gesprächsthemen

Es gibt zahlreiche Arten sprachlicher Kontakte. Machen Sie sich klar, und überprüfen Sie in konkreten Situation, welche Optionen Sie haben. Einige Beispiele:

Statements, Mitteilungen (Schön heute..) Sie sollten jeweils für Sie zutreffend sein, d.h. Dinge und Umstände oder Gefühle betreffen, die Sie wirklich in dem Moment haben.

Interview: Was, wo, wie, wann, womit, warum, wozu, woher, wohin. Meiden Sie Ja/Nein-Fragen, die Antworten fallen dann evt. sehr kurz aus. Fragen Sie nur, wenn Sie wirklich an den Antworten interessiert sind.

Informationsfragen: Sie wollen bestimmte Dinge wissen, zum Studium, zu Leuten, zu Themen, zur Situation. Vermeiden Sie blödsinnige Fragen wie "Ist hier noch frei?" wenn der Tisch oder ein Abteil völlig frei sind. Fragen Sie, ob Sie sich dazusitzen dürfen. Sollte der Tisch reserviert sein, werden Sie es dann erfahren. Antwort: "Wie schade", ein Lächeln und Sie gehen weiter...

Erzählen: Vielleicht fällt Ihnen eine Geschichte, eine Assoziation, ein Erlebnis ein, das sie erzählen könnten? Beziehen Sie also Gefühle immer mit ein, das färbt die Stimme und belebt das Ganze wesentlich. Erzählen Sie nur Dinge, an denen sie selber wirklich interessiert sind. Achten Sie auf die Reaktion, irgendwann geht Interesse und Aufmerksamkeit in höfliche Geduld oder Erschöpfung über. Das findet vor allem statt, wenn sie sachlich und neutral sprechen, ihre Stimme wird dann ebenfalls farblos.

Bitte: Oder Sie haben eine Bitte, die Sie an Ihr Gegenüber stellen (etwas zu tun, zu lassen, zu erzählen).Flirtkiller: Hätten Sie vielleicht, würden Sie vielleicht, könntest vielleicht. "Sagen Sie was Sie wünschen und suchen Sie nach der Formulierung, die dem Wunsch entspricht. Wenn Sie sich irgendwo zusetzen wollen , bitten Sie "Darf ich mich dazusitzen?

Diskussion: Oder Sie beginnen oder beteiligen sich an einer Diskussion über ein Thema, das sie interessiert.

Problemgespräch: Oder Sie stellen ein Problem in die Mitte oder helfen an der Lösung eines von anderen in den Raum gestellten Problems.

Aufforderung zum Tanzen, zur Arbeit, zu einer Bewegung.

Witz: Die Situation kann dadurch aufgelockert werden, ein Lachen ist leichter möglich, Verspannung wird gelöst. Er wird meist überschätzt in seiner Wirkung. Grund: Er geht leicht auf Kosten anderer und verdeckt eher den Scherzenden, auf diese Weise wirkt vielleicht der Witz, nicht aber die Witze reißende Person. Das Gleiche gilt für die schlagfertige Antwort. Der Witz wirkt am besten, wenn er auf einen selbst bezogen wird ("zehn Minuten später war ich schlagfertig")

Zuhören

Es gibt viele Arten zuzuhören und viele Dinge anzuhören und viele verschiedene Arten. Der Hörflirt hat viele Vorteile. Sie signalisieren dem Anderen Aufmerksamkeit, Interesse. Sie erfahren etwas über ihn. Selbst, wenn Sie dem anderen bislang gar nicht sonderlich aufgefallen sind, kann ihm auffallen, dass Sie von ihm etwas wissen und sich mit ihm befassen. Beschränken Sie ihr Interesse möglichst nicht auf einen Menschen, sondern bleiben Sie offen für viele.

Direkte vs. Indirekte Kommunikation

Manchmal ist es besser direkt zu werden, manchmal besser indirekt. Es ist eine Sache der persönlichen Vorlieben, der sozialen Umgebung und der persönlichen Erfahrung oder auch momentanen Verfassung sich für das ein oder andere zu entscheiden.

Direkt: "Ich möchte gerne mit Dir ins Kino gehen, ins Theater, Spazieren."
Indirekt: Erzählen Sie von Dingen, die Sie gerne mit anderen tun wollen: "Ich gehe gerne mit anderen ins Theater, ins Kino, spazieren, in den Urlaub, in die Mensa, arbeite zusammen usw. Schauen Sie im Verlaufe solcher Statements Ihr Gegenüber an versuchen sie seine Reaktionen zu erkennen und zu verstehen. Wechseln Sie das Thema, wenn es kein Interesse auslöst.

Direkt: "Ich möchte Dich gerne wiedersehen, Ich möchte gerne mit Dir essen gehen, spazieren gehen, ins Konzert gehen, Dich einladen
Indirekt: "Wie sag ich Dir bloß, dass ich gerne mit Dir...Ich wage nicht Dir zu sagen, dass ...sag ich's Dir jetzt oder erst morgen, dass ich Dich wiedersehen möchte? Wenn ich Dir jetzt sagen würde, dass ich Dich wiedersehen möchte, käme ich mir schon kühn vor.


Minimale Handlungen

Beim Flirt bewährt hat sie die minimale Handlung oder Berührung: Es geht darum Kontaktmöglichkeiten bei sich und beim anderen ausprobieren. Das ist natürlich beim Tanzen und gemeinsamen Sport, beim Spiel und Raufen relativ einfach. Es gibt aber Möglichkeiten, wenn man sich gegenübersitzt oder zusammensteht. Sie verwenden irgendetwas aus ihrer Sphäre, und nähern es der des anderen an, so minimal, dass der andere erraten muss, ob es eine Annäherung ist oder nicht.

 

 

Einige Flirtziele

 

Flirten, um Flirten zu lernen

Nähe, Freundschaft, Zugehörigkeit, und bzw. oder Bindung. Durch den Flirt kann das Ausmaß an gegenseitigem Interesse erkannt werden. So können z.B. Freundschaften geknüpft werden.

Eigene Anziehungskraft überprüfen: Menschen flirten oft ausschließlich mit dem Ziel, sich ihrer Flirtmacht zu vergewissern, also zur Hebung ihres Selbstwertgefühles: "Ich werde noch begehrt". Tragisch ist es, wenn der "Verführte" dann glaubt, dem entspräche nun auch ein Begehren seitens des Verführers. Diesem Irrtum unterliegen Männer oft, wenn sie sich um eine aufreizende Frau bemühen. Sie täten besser dran, für die Frau selber aufreizend zu wirken.

Soziale Position, Rolle und Funktion in der sozialen Ordnung und Hierarchie. Wer ist wie schön, wie klug, wie reich, wie beliebt, wie anerkannt?

Rollenverteilung herausfinden: Beide können herausfinden können, welche Rollen sie beim Flirten haben. Stimmen beide mit der Rollenverteilung überein, kann es zu einem guten Flirt und einer guten Beziehung kommen. Tun sie es nicht, wird der eine sich immer abhängig und ausgeliefert, der andere sich immer überfordert und um das eigene Begehren gebracht fühlen. Der Flirt erleichtert es herauszufinden, was man sich zutrauen kann. In der Regel bemühen sich Menschen eher um ausgeglichene Machtverhältnisse, um Angst vor dem Stärkeren oder Verachtung des Schwächeren zu vermeiden. Meistens wird im Gespräch herausgefunden, wo jeweils der andere steht und über welche "Mittel" er verfügt.

Macht: Herauszufinden, ob man Macht über den anderen hat, oder der Macht eines Anderen ausgesetzt ist. Wer ist stärker, größer, reicher, klüger, gewitzter, erfolgreicher, schöner, attraktiver? Wer kann es sich leisten "nein" zu sagen oder wer muss als erster "ja" sagen? In der Regel kann der Stärkere seine Wünsche und Interessen besser durchsetzen. Die Macht des Stärkeren besteht jedoch nur dann, wenn der Andere sie anerkennt. Das wird er dann tun, wenn die Macht seines Gegenübers darin besteht, dass er Wünsche und Bedürfnisse erfüllen oder verweigern kann.

Erotische und sexuelle Ziele: Es geht darum, gegenseitige Paarungsbereitschaft zu signalisieren und wahrzunehmen und zugleich feindselige Absichten zu dementieren.
Der Ausdruck "Paarung" wird hier bewusst verwendet, um den triebhaften Charakter des Geschehens , den wir mit den Tieren gemeinsam haben, hervorzuheben. Für den "triebnahen" Charakter des Flirtens sprich, das die meisten Menschen es sofort einstellen, bzw. die Einstellung vom Partner verlangen, sowie sie sich als Paar verstehen. In den meisten Gesellschaften spielt die sexuelle Exklusivität eines Paares eine große Rolle. Beginnt ein Partner daher zu flirten, wird das leicht als Ausdruck einer Störung der Beziehung und als Bedrohung erlebt und Eifersucht entsteht blitzschnell.

Selbstzweck: Der Flirt ist auch ein Selbstzweck, eine Umgangsweise miteinander, die eben dieser Unklarheit der Ziele Rechnung trägt und zugleich ein Weg ist herauszufinden, welche der Möglichkeiten wahrscheinlicher ist als eine andere. Geht es eher um Rivalität, um Sex, um Liebe oder alle zusammen?

"Machtflirt": Von einem Machtflirt ist dann die Rede, wenn der Flirt nur als ein Trick, als eine Strategie verstanden wird, Beziehungsinteressen beim anderen Menschen durchzusetzen (s.u.). Beim Machtflirt üben Sie Kontrolle über den anderen und über sich aus.


 

 

Flirten vs. Machtflirt

 

Von einem Machtflirt ist in dieser Ausführung dann die Rede, wenn der Flirt nur als ein Trick, als eine Strategie verstanden wird, Beziehungsinteressen beim anderen Menschen durchzusetzen. Der Machtflirt soll die Freiheit eines anderen Menschen in zwei wichtigen Punkten einschränken: 1. Er soll mich lieben und nicht die Freiheit haben, mich abzulehnen, zu ignorieren oder zu verlassen. 2. Er soll meine Liebe annehmen und sie nicht zurückweisen oder gering schätzen. Der Machtflirt enthält also immer eine Art Plan, wie die Wirklichkeit zu sein hat. D.h., aus Sehnsüchten, Wünschen, Visionen und Hoffnungen werden Erwartungen und Ansprüche. Beim Machtflirt üben Sie Kontrolle über den anderen und über sich aus. Um sich selber zu kontrollieren, setzt der Machtflirter eine Fassade auf, täuscht etwas vor, verändert mit Drogen seine Gefühle in die gewünschte Richtung, erzeugt ein Bild von sich, schauspielern etc. etc.

Zum Machflirt gehören eventuell auch Tricks verstanden, mit denen man versucht jemanden herumzukriegen. Und es ist schon erstaunlich, wie dämlich Menschen in dieser Beziehung sind - sowohl was die Rumkrieger als auch die Rumgekriegten anbetrifft. Die bekannteste Rollen ist die des Heiratsschwindlers, der dieses Metier professionell betreibt. Aber nicht wenige Frauen auf der Suche nach einer guten Partie siegen ebenfalls - mit den Waffen einer Frau.

Der Machtflirt kann aber auch wie folgt aussehen: Statt mit offener Neugier auf ein Fest zu gehen, geht jemand mit der Erwartung " Heute treffe ich die Frau meines Lebens". Solche Erwartungen sind ähnlich dumm, wie "heute gewinne ich im Lotto". Der Frust ist vorprogrammiert. Sie werden den anderen Menschen gar nicht mehr in seiner realen Situation sehen, sondern nur nach Maßgabe seiner Eignung, Ihren Befürchtungen oder Erwartungen zu entsprechen. Tragisch ist, dass der andere von diesen in der Regel nicht ausgesprochenen Erwartungen nichts weiß. Vielleicht treibt er ähnlichen Unfug wie Sie und hat die Erwartung, dass Sie Erwartungen haben - ohne dass dieses zutrifft. Vielleicht ist es noch schlimmer: Sie haben fälschlich die Erwartung, dass der andere die Erwartung hat, dass Sie eine Erwartung an ihn haben. Das ist der Fall, wenn Sie z.B. versuchen "asexuell" zu wirken, in der Annahme, Ihr Gegenüber denke abgestoßen sowieso, dass Sie nichts anderes als Sex im Kopf haben. Sollte Ihr Gegenüber diesen Schwachsinn "erkennen" und Ihnen nun signalisieren wollen, dass er/sie gar nichts gegen erotische Momente hat, werden Sie vermutlich denken, dass er/sie nur testen wolle, um herauszufinden, was für ein Schwein Sie sind...usw.


Folgende Stichpunkte können Aspekte eines Machtflirts sein:
angeben, aufschneiden, dominieren, anquatschen, abschleppen, aufreißen, anbaggern, angraben, anmachen, erobern, rumkriegen, den Macker (die Mieze) machen, cool sein, lässig sein, andere abwerten (es gibt keine guten Frauen/Männer) oder sich abwerten (ich habe gar keine Lust), berechnen, einschätzen, alles schon wissen.
Opportunist, Softie, Kriecher, Diener, verklemmt, abwehrend, Fassade, einengend, gierig,
rechthaberisch, egozentrisch, eifersüchtig, kontrollierend, verschroben, verbissen, fanatisch, aufdringlich, lästig, penetrant, verschlossen, rückt nichts raus, zeigt nichts, pokert, schauspielern, lügen, plump, fällt mit Tür ins Haus, distanzlos, bewertend, beurteilend, einschätzend, berechnend. grinsen, sarkastisch, berechnet, schätzt ab, ist defensiv oder engherzig oder überschüttend zurückhaltend

 

Flirten vs. Angst

 

Da ins Flirten sehr oft intensive Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte an den anderen eingehen, kann entsprechend die Angst vor einem Misserfolg beträchtlich sein. Dass die Gefühle und Gedanken auch noch diffus oder widersprüchlich sind macht es nicht einfacher. Ein anderer Mensch kann so eindrucksvoll sein, dass Ihnen die Knie weich werden, es Ihnen die Sprache verschlägt oder Sie wie ein Trottel herumstammeln. Das wertet Sie keineswegs ab! Im Gegenteil: Es demonstriert Ihnen Ihre Lebendigkeit und dem anderen seine Reizwirkung. Fänden Sie es nicht auch schön, wenn jemand Ihnen so begegnete?

Also geht es darum, mit Ihrer Angst, Ihrer Sorge, Ihrer Befangenheit in eine Situation zu gehen, und nicht darum, sich so lange zu manipulieren, bis sie cool und "ohne dass Ihnen das was ausmacht" mit jemand in Kontakt kommen. Das kann nicht gehen - wenn es um etwas geht. Und: Sowie Sie Aufregung verspüren, geht es um etwas, sonst wären Sie nicht aufgeregt, auch wenn Sie sich zehnmal sagen "es gibt keinen Grund". Es gibt ihn, auch wenn Sie ihn nicht kennen oder kennen wollen, weil er Ihnen nicht in den Kram passt. Ohne Risiko kann es keinen guten Flirt geben. Wer das Flirten erlernen will, kommt mit keinem Trick um diese Angst herum.

"Ich muss erst mehr Mut, Selbstsicherheit, Ausgeglichenheit, Selbstvertrauen haben, um flirten zu können". Diese Dinge kann man sich nicht literweise einfüllen. Mut hat man nicht, sondern Mut entsteht über das häufig eingegangene Risiko. Selbstsicherheit hat man nicht, sie entsteht über vielfache Beweise, dass ich lerne und vorankomme. Selbstvertrauen hat man nicht einfach oder "bekommt" es, es ist vielmehr eine Folge des Wissens um mein Können. Gefühle von Ärger, Zorn, Trauer, Verletztsein oder Schmerz gehören daher mit in den echten Kontakt, auf dessen fruchtbarer Erde sich die Blume des Flirts so unversehens entfalten kann,

Der Begehrende erlebt sich sogar im Gegenteil oft als machtlos, besonders, wenn seine Wünsche nicht erfüllt werden. Er fühlt sich dann den Qualen ausgesetzt. Das muss aber keineswegs der Fall sein. Die Qualen entstehen nicht durch das unerfüllte Begehren an sich, sondern durch die Erwartung, dass es in einer bestimmten Situation von einem bestimmten Menschen erfüllt werden soll. D.h., die Erwartungen bestimmen das Leid. Würde der Betreffende seine Sehnsucht als Ausdruck seiner Liebe zum Leben hinnehmen, ohne die Erwartung dran zu knüpfen, dass sie von dem bestimmten Menschen erfüllt wird - ist er frei für andere Chancen. Auch wenn eine junge Frau ihre Jugend und Schönheit und ein wesentlich älterer Mann seine Erfahrung und seinen Wohlstand in eine Beziehung bringen, wird dies erst dann ein Machtflirt, wenn die Hörigkeit des einen und die materielle Abhängigkeit des anderen die Mitte bilden. Bringen aber beide einen verschiedenen Schatz in die Beziehung, kann das einen gute Begegnung werden. D.h., Flirtmacht und Machtflirt können nicht von der äußeren Situation her abgeleitet werden, sondern nur von de Beziehungsgestaltung. Bleiben gegenseitige Achtung und Wertschätzung erhalten, und bringt jeder seine eigene Flirtmacht herein, gibt es einen guten Flirt. Ist dem nicht so, wird ein Machtflirt praktiziert

 

Flirten vs. eigene Schwächen

 

Die Schwäche in einem Bereich kann zu einer Stärke in einem anderen werden. Wenn Sie jemanden mit Unschlüssigkeit und Desorientierung begegnen, kann dieser seine Führungsqualitäten entdecken und dass er Verantwortung übernehmen kann. Wenn Sie eine hässliche Kröte sind, hat der andere die Chance, einen originellen Geschmack zu entwickeln. Wenn Sie jemanden mit Ihrem Ärger begegnen, Ihre Positionen darlegen, sich auseinandersetzen mit ihm, zeigen Sie Ihre Autonomie und Stärke und trauen dem anderen zu, dass er sich auseinandersetzen kann. Sie geben ihm die Chance, Sie zu mögen oder abzulehnen. Wenn Sie jemanden mit Ihrer Trauer oder Ihrem Schmerz begegnen, hat der andere die Chance, sein Mitgefühl, seine Hilfsbereitschaft oder sein Interesse kennen zu lernen, also seine Stärken. Er hat wiederum die Chance, Sie zu mögen oder sie abzulehnen.

Ein Machtflirt ist gleichwohl auch auf diesem Wege möglich: Bekannt sind z.B. die bequeme Frau, die sich betont unfähig in technischen Dingen zeigt, um einen Mann dazu zu animieren, ihren Drecksreifen zu wechseln, oder der Mann, der so demonstrativ mies oder chaotisch kocht, dass er nicht mehr in die Küche gelassen wird. Es gibt Menschen, die ihre ganzen Beziehungen durch geschicktes Umgehen mit ihren Schwächen gestalten. Für den kleinen Hund ist es egal, ob er durch "Kehle zeigen" Bißhemmung auslöst oder durch stärker sein als der andere. Das Ergebnis ist in einem entscheidenden Punkt gleich: Er wird nicht gebissen. Umgekehrt kann die Stärke zu einer Schwäche werden: Jemand ist reich, schön, intelligent - und niemand wagt es, ihm zu begegnen, weil er sich nicht gleichwertig fühlt und einen Machflirt fürchtet, der von Beginn an verloren ist.

 

Menschen mit Problemen beim Flirten

 

Je mehr Einschränkungen ein Mensch hat, umso geringer ist seine Flirtmacht, und umso weniger Optionen gibt es beim Flirten. Auch für "Problemflirter" gelten wie für alle anderen Vorraussetzungen für einen guten Flirt:

  • dass man Interesse, Zuneigung, Sympathie, Neugier, Wertschätzung und Engagement für andere Menschen aufbringt.
  • die Bereitschaft, Angst, Schmerz und Scham in der Begegnung auszuhalten
  • sich selbst lieben zu können, als Vorbedingung für ausgeglichene Liebesbeziehungen zu anderen.

Die Problemflirter sind Menschen, die sich mit diesen beiden Voraussetzungen besonders schwer tun. Nicht starke Gefühle, extreme Persönlichkeiten, Behinderungen oder rigide Weltbilder an sich erschweren das Flirten. Wer Interesse und Zuneigung nur als Vorleistung erwartet, wird nicht ins Flirten kommen. Es kann sich zwar jemand in ihn verlieben und sich um ihn bemühen, aber er wird Mühe haben, in einen symmetrischen Flirt zu geraten. Es ist unmöglich "die richtige Frau" zu suchen, wenn man z.B. seine Liebe zu Menschen solange zurückhält - bis man "die richtige" gefunden hat. Wie soll man denn im Dunkeln ohne Lampe etwas finden? Der Problemflirter unterliegt immer der Versuchung, seinen Einschränkungen die Verantwortung zuzuschieben. Dagegen ist es doch so, solange Sie überhaupt noch bewusst ihre Augendeckel bewegen können und Sie an einem anderer Mensch Freude haben können, können Sie auch flirten.

Extrem schüchterne Menschen: Sie sind so aufgeregt, dass sie kein Wort herausbringen, in der Nähe eines attraktiven Menschen völlig gelähmt sind und sie meiden diese Aufregung. Sie fürchten, zu Recht oder zu Unrecht, leicht und unkontrollierbar von Tränen, rasendem Herzklopfen, Schwindel oder Hitzewallungen, Zittern, Gedankenwirrwarr usw. heimgesucht zu werden. Weder dem Schüchternen noch dem Schweigsamen mangelt es an Zuneigung und Interesse an anderen Menschen, sie sind lediglich nicht fähig, es mitzuteilen. Wenn Sie mit so einem Menschen flirten, müssen Sie ihn aus seiner Höhle zerren, freiwillig kommt er nicht. Ignorieren Sie seine Angst und geben ihm einen Kuß, oder zerren ihn auf die Tanzfläche. Wenn Sie das alleine nicht schaffen, nehmen Sie einen Zweiten oder Dritten als Helfer hinzu! Das führt seine Abwehren ad absurdum. Es könnte allerdings passieren, dass er sich sofort und heftig in Sie verliebt. Wenn Sie dazugehören, müssen Sie dem Partner öfter mal einen deutlichen Hinweis geben - sonst glaubt er, Sie seien nicht interessiert.

Extrem schweigsame Menschen: Sie verbringen Tage damit nicht zu sprechen und haben kein Interesse und auch keine Freude am Sprechen miteinander. Obwohl sie schriftlich durchaus kompetent sein können, mangelt es ihnen Übung und Erfahrung im miteinander sprechen. Besonders wegen ihrer guten Intelligenz und ihres klaren Urteilsvermögens sie beschämt es nicht selten, im Kontakt den Mund nicht aufbekommen zu können oder wirres Zeug zu reden. Nicht selten führt Mangel an Sprecherfahrung aber auch insgesamt zu einer inneren Verarmung. Im Extremfall kann das zu tragisch-komischen Situationen führen: Ein Mann in einer kleinen Wirtschaft starrt einige Stunden die Bedienung hinter der Theke an und fragt sie dann unvermittelt: "Lilo, willst Du mit mir schlafen?". Lilo erwidert schroff: "Nee". Nach weiteren Stunden, kurz vor Schließen des Lokals fragt er: "Warum nicht"? Es gibt nur sehr wenige Frauen, die eine Liebe für diese minimalistische Kommunikation haben.

Extrem emotionale Menschen: Die einen sind schnell jähzornig, die anderen beleidigt, andere haben ständig sexuelle Phantasien im Kopf, andere ertrinken in depressiver Mutlosigkeit oder sind von unterschiedlichsten Ängsten gehetzt. Manche leiden unter traumatischen Erinnerungen und Reaktionen, als Folge von Misshandlungen, Vergewaltigung, schwerer Kindheit oder Krankheiten. Andere sind insofern extrem, weil sie keine Gefühle wahrnehmen: "Liebe, nee, also, ich liebe meine Arbeit, da ist keine Zeit, nee, fehlt mir nicht, habe ich mich noch nicht mit beschäftigt": Dies sagte ein 27 jähriger Chemiestudent, der mit seinen Eltern zusammenwohnt und überhaupt keine Freunde hat. Die einen haben somit einen Überschuss an Gefühlen, die anderen zu wenig. Mehr als andere geraten sie in Konflikte zwischen eigenen Erwartungen und der Wirklichkeit.

Rigide Menschen sind Menschen mit einer sehr festgefügten eigenen Welt, die sie von anderen abtrennt. Sie wirken leicht verschroben, fanatisch, komisch, egozentrisch, in einem Umfang anders, dass andere wenig Möglichkeiten sehen, ihnen näherzukommen. Sie sind in der Regel wenig "gebebereit". Das heißt, sie lassen zu, dass jemand sich ihnen annähert, wenn es sie nicht stört, tun selber aber wenig dafür.


Menschen mit einer extrem abweichenden Persönlichkeit und einem abweichenden Erleben: Manche Menschen haben, oft schon von klein auf, Persönlichkeiten und Erlebensweisen von der Welt, die es Ihnen schwer macht in Kontakt zu kommen oder ihn zu halten. Sie nehmen die Welt, von Standpunkt der anderen Menschen aus gesehen, wahnhaft, verzerrt oder einseitig wahr. Der kleinste Flirt kann zur rauschhaften Liebe hochstilisiert werden, die größte Liebe zu einer wesenlosen fernen Erinnerung, von der sich dieser Mensch abgeschnitten fühlt. Ihre Wertvorstellungen und die Verwendung der Sprache ist ungewöhnlich und weicht vom Durchschnitt erheblich ab. Es ist nicht leicht, einem Menschen mit einem Liebeswahn wirksam auf Abstand zu halten. Es ist oft unmöglich, einem Menschen mit Eifersuchtswahn von der Unrichtigkeit der Vorwürfe zu überzeugen. Wer in depressiver Versunkenheit sich als wertlos erlebt, wird auf den heißesten angebotenen Flirt eher für einen tragischen Irrtum halten, dem er sich besser nicht aussetzt. Für durchschnittliche Menschen irrelevante Ereignisse erhalten eine alles überragende Bedeutung, ohne dass die anderen Menschen diesen Vorgang verstehen.

 

 

 

Tipps

 

Um das Flirten zu lernen, kann man an zahlreichen konkreten Gegebenheiten seines Alltags ansetzen. Um unsere Flirtmacht zu verbessern können wir 1. Orte aufsuchen oder bereitstellen an denen wir flirten. Wir können uns 2. Gedanken um die Menschen und um die Beziehungsziele machen, mit denen wir ihnen begegnen. 3. Wir können einzelne unserer Fähigkeiten verbessern oder 4. unseren persönlichen Stil entwickeln.

Flirten üben: Dazu nutze ich die unendlich vielen Möglichkeiten, meine Beziehungen zu Menschen zu entwickeln. Aus diesen Begegnungen entstehen schon von ganz alleine zahlreiche Flirtmöglichkeiten. Also verlassen Sie z.B. ihren Fernseher oder PC und spielen mit einem Kommilitonen heftig Tischtennis, Skat, Doppelkopf oder beteiligen Sie sich an Öffentlichkeit, Kultur, Politik und Gemeinschaft. Da Flirten etwas Gemeinsames ist, benötigen Sie Gemeinschaft. Da Flirten mit Interesse und Zuwendung zum Leben zu tun hat - leben Sie! Auf diese Weise sind Sie sichtbar für andere Menschen und geben ihnen eine Chance, Sie kennen zu lernen. Weiter können Sie sich selber ihren eigenen Gefühlen, Gedanken, Phantasien und Impulsen anderen Menschen gegenüber aussetzen und Ihre eigenen Flirtmöglichkeiten kennen lernen.

Ein guter Flirt gelingt relativ leicht, wenn Sie ein Interesse an sich und Ihrem Leben sowie vor allem an anderen Menschen haben. Wenn Sie also einen Menschen ansehen, ansprechen, mit ihm etwas unternehmen wollen, hängt der Erfolg wesentlich davon ab, ob Sie ein überzeugendes Interesse am anderen haben.

Flirten wird dann erfolgreich, wenn Sie über den Moment des Flirtens hinaus nichts weiter anstreben als nur diesen Moment. Und dann erst, wenn überhaupt, einen weiteren und dann erst - wenn überhaupt, einen weiteren. Wer diese beiden Wege beschreitet, kann einem erfolgreichen Flirt praktisch nicht mehr entkommen. Sie müssten dafür lediglich auf das Ziel verzichten, im Voraus wissen zu wollen, wie die Sache ausgeht. Da sie jederzeit innehalten oder zurückgehen können, ist das Risiko ziemlich gering. Je häufiger man gute Erfahrungen mit dem Verzicht auf Erwartungen und Berechnungen macht, umso leichter wird dieser Verzicht fallen.

Die Gegenwart zählt. Ein guter Flirt beginnt am besten dort, wo ich mich bereits gedanklich, emotional, imaginativ und wahrnehmend befinde, nicht hingegen da, wo ich lieber wäre oder denke, dass ich mich befinden müsste. Es geht daher nicht darum, "gute" von "schlechten" Gelegenheiten zu unterscheiden, sondern überhaupt eine Gelegenheit zur Kenntnis zu nehmen, und sich ihrer eigenen Dynamik bereitwillig zu überlassen.

Beschränken Sie das Flirten nicht auf die erotische Begegnung, sondern weiten Sie es auf Menschen überhaupt an. Wer nämlich in allen möglichen Beziehungstypen flirten kann, kann es auch in erotischen Beziehungen, und wer es in alltäglichen Begegnungen nicht kann, kann es in erotischen Beziehungen erst recht nicht. Wer dies als einen lästigen Umweg betrachtet, hat schon verloren.

Sie fühlen sich den Reizen eines Menschen hilflos ausgeliefert: Als erstes müssen Sie sich auf ihre eigene Macht besinnen, d.h. sich unabhängig vom Anderen machen. Das geht in der Regel nur darüber, dass Sie sich einer Sache widmen, über die sie die Kontrolle haben und die sie ausfüllt oder ausfüllen könnte. Es hilft auf einem Fest z.B. bereits, wenn Sie sich um solche Kontakte bemühen, von denen sie deutlich merken, dass sie gut gehen. Dafür wenden Sie sich von ihrem "Wunschflirt" ab, wenn Sie merken, dass Sie in eine abhängige Lage kommen und in Passivität geraten. Erst, wenn Sie sich wieder sicherer wissen, können Sie in diese Richtung wieder mehr wagen. Es ist deutlich, dass es immer wieder um Erwartungshaltungen geht, denen ich mich ausliefere, und die mein Verhalten bremsen. Die Bremse ist unvermeidbar, denn ich kann nie wissen, ob mein Verhalten die gewünschten Wirkungen erzielt oder nicht. Das Flirten besteht darin, solche Pläne beiseite zu stellen und mit Wirkungen zu experimentieren - bei sich und dem anderen.


Kooperation geht vor Durchsetzen oder Flucht. Ein Flirt gelingt - wie ein guter Tanz - immer dann, wenn Sie Ihre eigenen Gefühle, Wahrnehmungen, Gedanken, Interessen usw. genauso berücksichtigen wie die Ihres Gegenüber. Ein Flirt ist also immer etwas Gemeinsames, das folglich auch nur gemeinsam gelingen kann. Der Flirt bleibt solange gut, wie es gelingt, diese Gemeinsamkeit herzustellen. Flirtkiller: Ich werden hingegen zum Spielverderber, wenn ich mich klein mache und aufgebe (Softie, Mieze), den anderen zu dominieren versuche (Macker) oder gar fluchtartig das Feld räume (Penner, Feigling) bzw. mich unsichtbar mache (Mauerblümchen). Gemeinsam heißt nicht, dass Sie keine Vorschläge machen dürfen oder eigene Positionen vertreten und nur noch Wünsche zulassen, die sie garantiert nicht in Konflikt mit Ihrem Gegenüber bringen (gegenseitige Anpassung ). Es heißt lediglich, dass Sie sich jeweils, von Fall zu Fall, drüber einigen sollten, welchen Tanz Sie miteinander tanzen wollen oder können.

Großzügigkeit und Risiko gehen vor Berechnung und Absicherung. Ein Flirt gelingt am ehesten, wenn Sie großzügig sind, ein Risiko eingehen, dem anderen die Freiheit lassen ja oder nein zu sagen, ohne ihn zu beurteilen oder gar zu verurteilen, wenn er seine Freiheit nutzt. Er darf einen Korb geben, darf desinteressiert sein, darf merken, dass ich verlegen bin usw. Der Flirt gelingt hingegen seltener, wenn Sie Forderungen und Erwartungen haben, wie er und wie Ihr Schwarm reagieren oder nicht reagieren soll. Sie schränken Ihn und sich dann ein und sind sauer, wenn Ihre Erwartungen sich nicht erfüllen.
Ein Flirt gerät hingegen schnell unter schädlichen Druck, wenn er stets als Mittel zum Zweck für den nächsten Schritt gesehen wird. Ein Flirt gelingt daher sehr viel besser, wenn er eher als eine Art des "In der Welt seins", und nicht als Strategie "wie grabe ich eine Schnecke an" verstanden und praktiziert wird. Sie freuen sich ja auch dann an Kunst, Kultur und schönen Dingen, wenn Sie diese weder besitzen wollen noch können. In diesem Sinne kann ein Flirt als ein Geschenk verstanden werden, für das man nichts zurückerwartet.

Der wirkliche Flirt geht vor dem Idealen. Unterscheiden Sie zwischen Ihren Idealen, Sehnsüchten, Wünschen Hoffnungen, Phantasien (angeregt durch einen Menschen) und der realen Situation, in der Sie einem Menschen begegnen. Die Ideale haben ihre eigenen Existenzberechtigung als eine Art Orientierung und Leitfaden für Ihr Leben, sie müssen jedoch nicht und werden in der Regel auch nicht, und schon gar nicht in dem Moment, in dem sie angeregt werden, realisiert.

Erfahrung und Üben gehen vor Einsicht und Erkennen. Flirten hat mit Praxis, Lernen, Üben und viel Erfahrung zu tun. Man lernt im Leben nie aus und immer etwas Neues hinzu, da die Welt und man sich selber selbst auch ständig ändern. Flirten geht somit in kleinen konkreten Schritten vor sich und ist nicht das Ergebnis einer einmaligen Bemühung. Suchen Sie aus jedem Versuch heraus, was gut gegangen ist, und wo sie bei einer kommenden Gelegenheit einen weiteren Schritt tun können.

Ein Flirt richtet sich auf die Außenwelt. Wenn ein Mensch seine Wahrnehmung mehr nach Außen lenkt und sich mit seinem Gegenüber befasst, gerät er leichter in einen Flirt, als wenn er sich vorwiegend mit seinen eigenen inneren Gedanken, Vorstellungen und Phantasien befaßt.

Echtheit vor Fassade und Tricks: Sei offen, frei, ungehemmt und ungezwungen und überlasse Dich deinen Gefühlen und Impulsen einem anderen Menschen gegenüber, ohne viel herumzurechnen und zu rechten, was der andere wohl darüber denkt. Andere Ausdrücke dafür sind: impulsiv, offen, direkt, gerade heraus, unverstellt, ehrlich, unmittelbar, emotional".

Alkohol eignet sich nur in kleinen Dosierungen. Da er Gefühle stark vergröbert oder reduziert, hat das im Rausch Realisierte oft keinen Bezug zur nüchternen Realität, das kann dann ziemlich peinlich werden.

"Fishing for compliments: Sie betonen, wie scheußlich Sie heute wieder aussehen, was für ein abgefeimter Langweiler Sie sind und wie Sie wieder herumgeloost haben. Das erlaubt einem anderen das Gegenteil zu behaupten, vor allem wenn es zutrifft -
und schon haben Sie ein Kompliment provoziert.

Es lohnt sich psychotherapeutische Hilfe aufzusuchen, wenn man mit seinen eigenen Bemühungen nicht zu Rande kommt und auch ein Flirtkurs keine Hilfe ist. Unnötig hervorzuheben, dass Gruppentherapie zu bevorzugen ist - schließlich handelt es sich um ein Problem zwischen Menschen.

 

Übungen

 

Übung: Kontakte bereichern
Erweitern Sie Kontakte mit Menschen um eine Kleinigkeit, die Sie in der Situation antreffen können. Wenn es in der Bäckerei warm ist, ergänzen zur Brötchenbestellung: "Schön warm ist es hier", "Es riecht hier sehr gut", oder was immer Ihnen zur Situation in den Sinn kommt. Das können Gedanken, Vorstellungen, Wahrnehmungen oder auch Bewegungen sein, z.B. einem anderen Kunden die Tür aufhalten.

Ziel der Übung: Die ersten Schritte im Umgang mit Spontaneität tun, feststellen, dass man das kann. Die eigenen vorhandenen Möglichkeiten ausprobieren und merken, dass es der Übung bedarf. Feststellen, wie wenig einem (anderen) schon gut tut. Feststellen, dass es nur sehr kleiner Aktionen bedarf, um einen angenehmen Moment herzustellen. Lernen, dass nichts weiteres folgen muss!

Übung: Wer bin ich?
Sie sollen einem anderen Menschen einen Brief schreiben, in dem Sie sich möglichst ausgiebig beschreiben: Ihr Aussehen, Ihre Eigenschaften, Ihre Interessen, Ihre Geschichte, Ihre Visionen und Planung für die Zukunft. Was ist Ihnen wichtig, was gefällt Ihnen. Wenn Ihnen dabei Dinge einfallen, die Sie ablehnen bei sich, formulieren Sie es bitte als Wünsche und Hoffnungen. Man kann das schriftlich machen, in einem Dialog mit jemand anders oder für sich alleine in der Vorstellung. Gut ist folgende Variante: Sie fragen sich (ihr Gegenüber) Wer bin ich (Wer bis Du) und antworten nur mit einem kurzen Satz, fragen erneut und antworten wieder mit einem kurzen Satz usw. Das kann man zwanzig mal wiederholen. Dann lässt man das Ergebnis auf sich wirken und bezieht die Ergebnisse in die folgenden Begegnungen mit Menschen ein.

Ziel der Übung: Wahrnehmung der eigenen Person intensivieren, die Aufmerksamkeit weglenken von "wie sehen mich andere", selbst wertschätzender werden, eigene Ziele und Motive erhellen, Selbstverbalisierung stärken. Das soll im Kontakt ermöglichen, offen für den anderen zu sein, einen eigenen Platz einzunehmen, Ansprüche und Wünsche zu formulieren, es als selbstverständlich ansehen, wahrnehmbar zu sein, anderen einen Chance zu geben mich zu mögen, zu glauben, wenn ich gemocht werde.


Übung: Interview

1.Zur Person (was machst Du, interessiert Dich, wo kommst Du her, wieso so und nicht anders.?..) Die goldenen Ws.:
2.zu einem aktuellen Thema (Was hältst Du von, denkst Du über, fällt Dir ein zu, wirst Du tun bei, hast Du gemacht bei?..)
Keine geschlossnen "ja-nein" Fragen sondern offene Fragen stellen: Was, wie, warum, wo, wodurch, womit, wohin, woher, warum, wer.. Falsch: "Bist Du (nicht) auch der Ansicht, dass die Reaktion von Kinkel auf den iranischen Außenminister empörend war?" Richtig: "Was hältst du von Kinkels Reaktion auf den iranischen Außenminister?"
"Ja-nein" Fragen sind jedoch nützlich, wenn man sich des eigenen Verstehens versichert: "Warst Du dann nicht furchtbar wütend?". Ihnen sollten möglichst wieder offene Fragen folgen: "Was hast Du dann gemacht?"
Was im Interview gut ist, muss es in anderen Bereichen nicht sein, z.B. beim Streiten, sich auseinandersetzen, sich unterhalten, Meinungen austauschen usw.


Das Ping-Pong Interview. Viele Menschen, die sich kennen lernen wollen, praktizieren das Ping-Pong Interview. "Ich war kürzlich in den Alpen" - "Ich war dort letztes Jahr!". "Diesmal hat's mir gar nicht gefallen, viel zu voll" "Mir auch nicht, ich gehe schon seit Jahren nur mit Vorbehalt". Ganz extrem ist dies der Fall, wenn jemand über persönliche Probleme spricht. Dann stellt der andere leicht seine eigenen dagegen.


Übung: Sich selbst mögen
Bevor Sie auf Leute zugehen, vergewissern Sie sich derjenigen Dinge bei sich, zu denen Sie selber stehen, die Sie gut heißen, wertschätzen, sich daran freuen - was immer das auch ist und was immer auch andere davon halten mögen. Nehmen Sie immer auch Teile Ihres Äußeren dazu, also nicht nur Abstraktheiten wie "Ich bin zuverlässig". Pathetisch wird das oft genannt "Lieben Sie sich selber". Gemeint ist etwas handfestes: Wenn Sie jemand gegenüberstehen, ergreifen Sie ihre eigene Partei und betrachten sich wohlwollen, hören sich wohlwollend zu, halten ihre Anwesenheit für eine richtige. Der eitle und selbstgefällige Mensch geht davon aus, dass die anderen ihn toll finden. Das ist hier nicht gemeint. Es geht lediglich darum, dass es zumindest einige Aspekte gibt, zu denen Sie gut stehen können, auch wenn Sie (noch) der einzige Fan in Ihrem Fanclub sein sollten. Die anderen dürfen im Übrigen denken was sie wollen.

Ziel der Übung: Sie wirken damit anziehender und vielversprechender und laden eher ein. Wenn Sie nur misstrauisch und abweisend schauen, laden sie aus, auch wenn ihr Wunsch ganz gegenteilig ist. Wenn Sie nur ängstlich schauen, wirkt das leicht wie "rühr mich nicht an". Wer sich selber gar keinen Kredit geben kann, hat es schwer, bei anderen wohlwollende Phantasien auszulösen (außer, wie gesagt, bei jemand mit Helfersyndrom).