| Berufliche Rehabilitation - Hemmnisse
bei der Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt Rehabilitation psychisch Kranker: Arbeit als Gesundungsfaktor (Quelle): |
| Quelle des ersten Artikels: IBV Nr. 38 vom 20. September 2000, Arbeitsamt-Informationsmappen zur Rehabilitation |
| Einführung | |||
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Was sind nach Erfahrung und Einschätzung der Bundesanstalt
für Arbeit die gravierendsten Hemmnisse bei der Eingliederung Behinderter
auf dem Arbeitsmarkt und wie lassen sie sich beseitigen? |
| Hemmnisse bei Jugendlichen | |||
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Die gravierendsten Hemmnisse für eine Eingliederung in den allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind insbesondere bei Jugendlichen
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| Hemmnisse bei Erwachsenen | |||
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Die gravierendsten Hemmnisse für eine Eingliederung in den allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind bei Erwachsenen:
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| Umfangreicher Handlungsbedarf | |||
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Trotz der bereits vorhandenen Möglichkeiten der beruflichen
Rehabilitation gibt es einen umfangreichen Handlungsbedarf,
um die o.g. Hemmnisse bei der Eingliederung von Menschen mit Behinderung
in den Arbeitsmarkt zu beseitigen:
Die wirksamste Hilfe zur Integration von Menschen mit Behinderung
in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist eine deutliche Reduzierung
der Arbeitslosigkeit insgesamt. Verbessert sich die Relation
Arbeitssuchende zu freien Arbeitsplätzen, steigen auch die
Einstellungschancen von Menschen mit Behinderung. |
| Rehabilitation psychisch Kranker: Arbeit als Gesundungsfaktor | |||
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- Rehabilitation psychisch Kranker- Arbeit als Gesundungsfaktor Eine personenzentrierte Vermittlung und Begleitung wäre für die Betroffenen hilfreicher als einrichtungsbezogene Hilfen. Erzwungenes Nichtstun ist eine Qual so erleben es
Arbeitslose häufig über Jahre. Das Selbstwertgefühl
sinkt, persönlicher Erfolg und kollegiale Kontakte bleiben
aus, und die Existenzgrundlage kann nicht aus eigener Kraft gesichert
werden. Vor allem chronisch psychisch Kranke leiden, wenn sie zur
Untätigkeit verurteilt sind, hieß es auf einer
Fachtagung zur Arbeit und Beschäftigung für
Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Berlin.
Die Teilhabe am Arbeitsleben ist bisher nicht realisiert,
betonte Dr. Niels Pörksen, Vorstandsmitglied der Aktion Psychisch
Kranke e.V. (APK), Bonn, und Leiter des Projekts Rehabilitation
psychisch Kranker, das vom Bundesministerium für Arbeit
und Sozialordnung durchgeführt wird. Blinder Fleck der Psychiatriereform Dies sei ein blinder Fleck der in weiten Teilen erfolgreichen Psychiatriereform. Je nach Wohnort stünde ein unübersichtliches Angebot spezialisierter Rehabilitationseinrichtungen zur Verfügung. Psychisch Kranke bewegten sich zwischen diversen Diensten, Einrichtungen, Arbeitgebern und Kostenträgern mit wechselnden Bezugspersonen, ohne Anschluss an ihre vormalige Tätigkeit zu bekommen. Beispielhaft schilderte Prof. Dr. med. Peter Kruckenberg, Zentralkrankenhaus Bremen-Ost, die ergebnislose Reha-Odyssee eines 24-jährigen Laborangestellten, dem einige Monate nach seiner erstmals aufgetretenen schizophrenen Störung aus betriebsbedingten Gründen gekündigt worden war. Statt eines Arbeitsplatzes wurde ihm am Ende ein Schwerbehindertenausweis empfohlen eine Stigmatisierung, aber eine Voraussetzung für die Arbeitsvermittlung. Etwa 400 000 bis 500 000 Menschen im erwerbsfähigen Alter sind aktuell in Deutschland von schweren chronisch verlaufenden psychischen Erkrankungen betroffen: Schizophrenien, Depressionen, neurotischen Störungen oder Persönlichkeitsstörungen.
Die Problematik verdeutlichte Klaus Laupichler, Vorstand des Bundesverbandes der Psychiatrie-Erfahrenen: Wir wollen raus aus der Beheimatung im psychosozialen Netz und rein in den ersten Arbeitsmarkt. Innerhalb des psychiatrischen Hilfesystem müsse das Bedürfnis nach einer sinnvollen Tätigkeit ernster genommen werden. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen fühlen sich in einer Behindertenwerkstatt häufig unterfordert und zu gering bezahlt und erleben die Arbeit als monoton und perspektivlos. Die Kompetenzen von psychisch Kranken würden oft nicht gesehen. Laupichler wünschte sich wohnortnahe Berufstrainingsmöglichkeiten und statt tausend Ämtern eine Bezugsperson, die dabei hilft, eine Erwerbstätigkeit zu finden und zu behalten. Studien aus den USA zeigen, dass die individuelle Platzierung und Unterstützung durch eine Fachkraft erfolgreicher ist als der gestufte Weg in und durch Rehabilitationseinrichtungen: 61 Prozent der Personen mit schweren psychischen Störungen konnten mithilfe eines Betreuers in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden (elf Prozent nach Rehamaßnahmen). Entsprechend sollten personenzentrierte passgenaue Maßnahmen langfristig die einrichtungsbezogenen Hilfen ablösen, so Prof. Dr. med. Heinrich Kunze, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Merxhausen. Erste niedrigschwellige und verzahnte Ansätze bieten Integrationsfachdienste, bei denen die Vermittlung eines Arbeitsplatzes und die anschließende psychosoziale Betreuung in einer Hand liegen. Gerade in den ersten Arbeitsmonaten sieht sich der psychisch Kranke mit ungewohnten Leistungsanforderungen konfrontiert, leidet unter Stress und Versagensängsten oder benötigt Beratung im Umgang mit Vorgesetzten. Andererseits ist die Welt der Psychiatrie häufig fremd für Kollegen und Arbeitgeber. Verunsicherungen und Vorurteile müssen abgebaut werden, um das Interesse von Betrieben nicht nur am Minderleistungsausgleich, sondern auch an dem neuen Teammitglied zu wecken. Es gelte, festgefahrene Einstellungen bei denen zu überwinden, die Arbeit zu vergeben haben, hob auch Bundesarbeitsminister Walter Riester hervor. Der rechtliche Rahmen für eine personen- und ressourcenorientierte Wiedereingliederung sei geschaffen, die Teilhabe am Arbeitsleben entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten sei im neuen Sozialgesetzbuch IX verankert. Florian Gerster, Vorstandsvorsitzender der Bundesanstalt für Arbeit, ergänzte, dass mit Hilfe von Reha- oder Integrationsteams in den Arbeitsämtern sichergestellt werden soll, dass die Akten wandern, nicht die Menschen. ____ Der Zwischenbericht zum Projekt Bestandsaufnahme zur Rehabilitation psychisch Kranker (Pörksen N, Brill K-E, Gredig CH, Jäger B) ist erhältlich bei der Aktion Psychisch Kranker, Brungsgasse 46, 53117 Bonn, Telefon: 02 28/39 07 64 0, E-Mail: apk-bonn@netcologne.de Bzw: Im Internet unter diesem Link. |