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Soziale Phobie Kompendium- Konfrontationsübungen

Konfrontationsübungen

Drucklayout vs. Onlinelayout
  1. Konfrontation
  2. Im Auto
  3. In der Stadt
  4. Konfrontation mit dem anderen Geschlecht
  5. Konfrontation im Kaffee bzw. Restaurant

 

Konfrontation

 

Durch Konfrontation (z.B. mit Übungen überzogen extrovertierten Verhaltens) erscheint es möglich das Unterbewusstsein gezielt zu manipulieren. Man gewöhnt sich an die neue Situation. Mit jeder unangenehmen Situation die man ohne "Schaden" überstanden hat, wird der im Unterbewusstsein immer präsenten Frage "Was denkt der andere über mich ?" ein wenig der Nährboden entzogen. Um so weniger man über diese Frage nachdenkt, um so natürlicher wird man sich verhalten, bis man irgendwann keinen unnormal hohen Wert auf die vermeintliche Bewertung der anderen mehr legt. Es reicht nicht die theoretische Einsicht, man muss es auch glauben.

Man kann sich schnell eigene Konfrontationsübungen ausdenken, indem man die sich herausfordernde Aufgaben für die aufgeführten Beispiele sozial kompetenten Verhaltens überlegt.

 

Im Auto

 

 

  • Das Auto bietet hier einen guten Ort für den Anfang dieser Übungen. Wem es unheimlich peinlich ist, einem entgegenkommenden Autofahrer die Zunge rauszustrecken oder Grimassen zu schneiden, weil dieser ja denken könnte: "Hat der/die total einen an der Klatsche ?" der wird schon nach dem 5. Mal merken, das es nicht mehr so schlimm ist. Irgendwann wird es einem dann gar nichts mehr ausmachen und man könnte sogar überlegen ob man nicht vorher mal kurz hupt, damit auch wirklich jeder guckt ... (Blamierübung)Warum nicht einfach mal den entgegenkommenden Fahrer freundlich grüßen?
  • Warum nicht einfach mal den Wagen vor der gerade grün gewordenen Ampel abwürgen?
  • Warum nicht einfach mal verpennen dass Grün geworden ist und solange nicht anfahren bis einer hupt?

 

In der Stadt

 

  • Für Männer: in einen Supermarkt zu gehen und eine Packung Monatsbinden zu kaufen, oder Tampons... Es geht die Kassiererin und die anderen Leute NICHT DAS GERINGSTE an, was man kauft, jeder darf kaufen was er will, solange er es selbst bezahlt !
  • Vor ein großes Einkaufszentrum stellen (zum Beispiel Karstadt) und einen Passanten nach dem Weg zu eben diesem fragt.
  • Sich seltsame Kleider anzuziehen und mitten in einer Menschenmenge aus der Bibel vorzulesen. Mann kann aber auch nur in seltsamen Kleidern rumlaufen oder nur vorlesen.
  • Rennt doch einmal eine hochfahrende Rolltreppe herunter - Die Aufmerksamkeit der Anwesenden ist euch sicher. Fragt einfach mal nach der Zeit. Für Fortgeschrittene: Während ihr irgendwo direkt unter einer Uhr (z.B. Kirchturm) steht.
  • Versuche in einem Supermarkt bei einer Menschenschlange zur Kasse vorgelassen zu werden mit der Begründung, du hättest nur einen Artikel.
  • Frage vor einer Telefonzelle Personen, die du sonst niemals anreden würdest, ob sie dir eine Münze wechseln können. (Ansprechübung)
  • Bitte vor einer Telefonzelle Passanten, dir eine Münze zu schenken.
  • Versuche in einem Geschäft bei einem Verkäufer mit irgendeiner Begründung einen Preisnachlass von 3% zu erreichen.
  • Frage Passanten auf der Straße nach einem bestimmten Haus oder Weg.
  • Sage in einer für dich typischen Angstsituation: "Jetzt wird mir ganz heiß, jetzt schwitze ich aber ordentlich, mir wird jetzt ganz schwindlig, gleich werde ich rot", um auf diese Weise deine Angst vor dem Sichtbarwerden von Symptomen zu bewältigen.
  • Tauschen sie in einem Geschäft eine Ware um.
  • Sie müssen mitten im Film aufstehen, um zur Toilette zu gehen.
  • Sie fragen in einem Restaurant nach der Toilette.
  • Sie sollen in einem Restaurant Ihr Essen reklamieren.
  • Mit Verkäufer, Kellner etc. ein ungezwungenen Smalltalk beginnen: Was haben sie denn da, das ist aber wieder mal ein schlechtes Wetter
  • Äußere bestimmte Wünsche direkt und ohne Entschuldigung, auch wenn du glaubst, dass sie von den Betroffenen nicht erfüllt werden.
  • Begrüßen Sie einen unbekannten Menschen und fragen Sie, ob es sein kann, dass Sie sich bereits kennen.
  • Sprechen Sie einen Fremden auf einer Parkbank oder einem Lokal an.
  • Verwickeln Sie Verkäufer in Gespräche und wählen Sie dabei Personen aus, die Sie sonst eher nicht ansprechen würden.
  • Machen Sie anderen unaufgefordert Komplimente.
  • Probieren Sie in Geschäften mehrere Kleider aus, ohne diese zu kaufen.
  • Rufen Sie in der Öffentlichkeit einem entfernt stehenden Bekannten laut etwas zu.
  • Üben Sie vor anderen Menschen Dinge, die Sie nicht gut können.
  • Pfeifen oder singen Sie auf der Straße laut vor sich hin.
  • Üben Sie, anderen Ihr Befinden und Ihre Gedanken mitzuteilen.
  • Bieten Sie Unbekannten an, Ihnen behilflich zu sein (z.B. durch Koffer tragen).
  • Versuchen Sie, in Geschäften Preise herunterzuhandeln.
  • Fragen Sie ein Paar, ob Sie sich zu diesem an den Tisch setzen können.
  • Setzen Sie sich in einem Restaurant oder Verkehrsmittel auf einen reservierten Platz.
  • Versuchen Sie, besonders abweisend wirkende Menschen in ein Gespräch zu verwickeln.
  • Weichen Sie nicht aus, wenn Ihnen jemand entgegenkommt.
  • Gehen Sie als erster durch Türen (z.B. beim Betreten und Verlassen eines Lifts).



 

 

Konfrontation mit dem anderen Geschlecht

 
  • Rede oder lächele eine Person des anderen Geschlechts an, von der du glaubst, dass sie nicht mit dir sprechen wird, um das Gefühl der Ablehnung besser aushalten zu lernen (sollte diese Person doch mit dir reden, lass die Gelegenheit nicht vorübergehen).
  • Versuche, dich nicht zu verstellen. Erlaube es Dir auch negative Dinge zu sagen.
  • Bei Angst vor Nähe: Lassen Sie sich bei Verspannungen massieren.

 

 

Konfrontation im Kaffee bzw. Restaurant

 
  • Setze Dich für einige Stunden in ein überfülltes Caffee.Versuche Dich zu entspannen und an die Situation zu gewöhnen. Schaue Dir die Leute an, schaue vorbeigehenden Passenten zB kurz in die Augen um sie zu mustern. Bestelle wenig und provoziere Fragen "wird der Platz bald frei".
  • Fragen Sie in vollen Restaurants, ob Sie sich zu anderen an den Tisch setzen dürfen.
  • In einem Restaurant könnte man mal die Gabel fallen lassen. Je fortgeschrittener ihr seit, lasst sie noch mal und noch mal fallen. Mit jedem mal wird es etwas peinlicher. Nach dem Fallen lassen, kann man um eine neue Gabel bitten.
  • Gehe in einem Lokal bis zum Ende und tue so, als ob du einen Bekannten suchen würdest und frage den Kellner, ob er einen blonden jungen Mann mit einem blauen Sakko gesehen habe.