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Soziale Phobie Kompendium - Rhetorik
Rhetorik-Theorie

 

Hier ein paar theoretische Grundlagen, wie man z.B. in Vorträgen Argumentationsketten gestalten kann. Die Techniken sind natürlich auch im normalen Gespräch möglich, z.B. als Antwort auf die  Frage „Wie fandest Du den Kino-Film“:

Gliederungen:

  • Allgemeine Gliederung: Interesse wecken, Sachverhalt beschreiben, Begründungen und Beweise liefern, Beispiele bringen, positiver Schlusssatz
  • Standpunktformel: Mein Standpunkt, Begründung, Beispiel, Zusammenfassung, Ausruf zum Handeln bzw. Konsequenz
  • Nutzenkette (für Verkäufer): was ist das Produkt, was kann es und wie funktioniert es, was habe ich davon (Nutzen, Wert, Gefühl vermitteln)
  • Stegreifrede: Definition, Vergangenheit, Gegenwart, Differenz erklären, Zukunft
5 Satz-Argumentationstechniken
  • Argumenten-Kette: Anfangsargument, Argument 2, Argument 3, Argument 4, Schlussfolgerung
  • Aufsatztechnik: These, Argument 1, Argument 2, Argument 3, Folgerung 

5 Satz-Argumentationstechniken die 2 Standpunkte betrachten:  Je nach dem Ziel der Argumentation ist die entsprechende Technik zu wählen.

  • Kompromiss-Technik:  Hinführung, These, Gegenthese, Folgerung, Zielsatz: Kompromiss.
    Beispiel: Die Verschärfung des Nichtrauchergesetztes ist ein stark umstrittenes Thema. Viele Nichtraucher fordern ein striktes Verbot des Rauchens in der Öffentlichkeit. Die Raucher plädieren auf Ihr Grundrecht zur freien Selbstverwirklichung. Beide Standpunkte scheinen unvereinbar. Es ist  ein guter Kompromiss, dass Gesetz moderat zu verschärfen, um so z.B. die Kinder vor dem Rauchen zu schützen.
  • Eigener Standpunkt durch die Ausschluss-Technik des anderen Standpunktes: Behauptung = negierte Meinung, Gegenbehauptung, Argument 1, Argument 2, Folgerung (eigene Meinung).
    Beispiel: Vielen ist es egal, ob die Gesetze des Nichtraucherschutzes verschärft werden. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass dies notwendig ist, da <Argument 1>, <Argument 2>. Sie sehen, eine Verschärfung ist notwendig.
  • Eigener, neuer Standpunkt durch die Vergleichs-Technik: Standpunkt 1, Argument 1, Standpunkt2, Argument2, Eigener Standpunkt (der nicht 1 und 2 entspricht)
    Beispiel: Die Firma möchte die Fabrik am Standort A aufbauen, weil dort die beste Infrastruktur in der Region vorhanden ist. Das Land möchte, dass die Fabrik am Standort B aufgebaut wird, um diesen strukturschwachen Ort zu stärken. Wir als XYZ-Lobby fordern, dass die Fabrik am Standort C aufgebaut wird, da das Argument-C bei beiden anderen Vorschlägen nicht berücksichtigt wurde.

 Komponenten der Einleitung:

  • Wohlwollen gewinnen: Dank für die Einladung, Dank an Vorredner, Komplimente und Lob ans Publikum, Gemeinsamkeiten herausstellen (wir form benutzen)
  • Interesse wecken: aktueller Aufhänger, persönliches Erlebnis, Anekdote, Demonstration, Provokation, rhetorische Frage

 Übungen mit Diktiergerät:

  • Leseübungen:  Eine Seite möglichst fehlerfrei vorlesen und mit einem Diktiergerät aufzeichnen. Steigerung: Dabei regelmäßig ins „Publikum“ schauen. Während man ins Publikum schaut redet man weiter. Dazu hat man zuvor ein paar Wörter „im Voraus“  gelesen. Am Ende den Inhalt des Vorgelesenen zusammenfassen (Wortschatzübung)
  • Vortragsübung: Idee: man redet nur während man ins Publikum blickt. Dazu wird zunächst auf Manuskript geschaut. Es wird soviel stumm abgelesen, wie man sich für kurze Zeit merken kann. Dann den Blick heben und das gelesene wiedergeben.
  • Stegreifreden: Aus einer Zeitung durch blindes Tippen ein Wort per Zufall aussuchen. Über dieses Wort dann einen spontanen unvorbereiteten Vortrag z.B. 1 Minute lange Stegreifrede halten.