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Soziale Phobie Kompendium - Smalltalk

Smalltalk

Drucklayout vs. Onlinelayout
  1. Grundlagen
  2. Aktives Zuhören
  3. Umgang mit Kritik
  4. Schlagfertigkeit

 

Grundlagen

 

Smalltalk kann dazu dienen, sich gegenseitig vorsichtig einzuschätzen. Wie sympathisch ist mir der andere. Bin ich an einen Kontakt mit demjenigen interessiert? Also, Smalltalk hat seinen Sinn und sollte deshalb auch nicht automatisch negativ bewertet werden. Wenn Du Dich z.B. nicht für Politik interessierst, solltest Du aber nicht den Anspruch haben, besondere hervorstechende Dinge im Smalltalk darüber berichten zu können. 

Smalltalk-Themen:

  • Wohnung, Beruf, Partnerschaft, Wetter, Tiere, Urlaub, Reisen, Hobbies
  • die aktuelle Situation, die eigene Person, die andere Person
  • eine frage stellen, eine Meinung äußern, eine Tatsache feststellen

Nicht geeignete Themen:

  • Politik, Religion, Geld, Krankheiten, Krisen, Kritik üben, zu viele Floskeln

Einfache Regeln

  • Stelle offene Fragen, die nicht nur mit ja oder nein zu beantworten sind.
  • Bringe Dich ein. Äußere Deine Forderungen, Wünsche und Gefühle in der Ich-Form, nicht in der „man“-Form
  • Spiegele Dein Gegenüber, nimm z.B. die gleiche Sitzhaltung ein. Das wirkt sympathisch.
  • Spreche die Menschen mit ihren Namen an. Dann lernst Du sie auch schneller auswendig.

 Strategien

  • Interessiere Dich für Dein gegenüber: Achte nicht nur darauf was dich interessiert, sondern auch was dein gegenüber interessieren könnte. Versuche etwas herauszufinden, worauf dein Gesprächspartner stolz ist. Das bringt diesen in eine positive Stimmung und macht Dich attraktiver.
  • Suche nach Gemeinsamkeiten. Verwende die Technik der  „Gezielten Verstärkung“: jede Äußerung des anderen, die einen Schritt in Richtung der eigenen Position bedeutet, verstärken. 
  • Dein Gegenüber hat genau soviel Verantwortung für den Gesprächsverlauf wie Du.
  • Wenn Du schon weißt, welche Menschen Du treffen wirst, kannst Du dir ein paar Fragen im voraus zurechtlegen.
  • Fördere die Symmetrie des Gespräches. Wenn der andere etwas persönliches von sich preisgibt, dann mache das in entsprechendem Umfang auch.
  • Verwende die Technik des aktiven Zuhörens

 

Aktives Zuhören

 
  • Bekunde Dein Interesse: „hmm“, „genau“, „aha“, „das ist ja interessant“
  • Wiederhole ab und zu mal was, so wie Du es verstanden hat.
  • Versetzte Dich in die Situation des anderen  „Ich bin entlassen worden“ – „Du bist bestimmt sehr frustriert“
  • Erteile nicht Ratschläge. Damit  sprichst Du ihm die Fähigkeit ab, selbst eine Lösung finden zu können.
  • Bewerte nicht. Schließlich ist man am anderen interessiert und nicht an sich selbst.
  • In einer Gesprächsrunde einen Vorredner referenzieren. Das schmeichelt dem Vorredner und zeigt, dass man die Diskussion verfolgt hat.

 

 

 

Umgang mit Kritik

  Es gibt 2 Arten von Kritik: Konstruktive und destruktive. Kritiker wollen uns helfen oder uns schaden.

Umgang mit destruktiver Kritik: Antworte z.B. stereotyp einfach, „da hast du vielleicht recht“. Lasse die Kritik nicht an Dich heran. Diskutiere auf dieser unsachlichen Ebene nicht weiter. Mit dieser Antwort nimmst Du Deinem gegenüber den Wind aus den Segeln. Gut ist es, wenn Du schon im vorhinein Deine Fehler und Schwächen akzeptiert hast. Siehe auch das Kapitel über Schlagfertigkeit.

Umgang mit konstruktiver Kritik: Traue Dich, die Fehler einzugestehen. Gelobe Besserung. Du musst Dich nicht unbedingt rechtfertigen. Z.B. ist Dein Chef  in der Regel nicht daran interessiert, aus welchen familiären Gründen Du zu spät zur Arbeit gekommen bist.

Kritik bzw. Feedback äußern:

  • eher beschreibend als bewertend
  • eher konkret auf Situationen oder Verhalten bezogen als allgemein
  • eher sofort als verzögert
  • eher auffordernd als zurechtweisend
  • Kritik kann versteckt werden, in dem man kritische Aussagen in eingeschränkt positive Aussagen umwandelst: z.B. „Dein Studium schaffst Du nie“, wird zu, „Ich bewundere Dein Durchhaltevermögen“

 

 

Schlagfertigkeit

  Vorab-Überlegungen:
  • Möchte ich mit meiner Antwort meinen Kritiker im Gegenzug auch persönlich angreifen? Hierbei kann dann die Situation eskalieren. Oder reicht es nur die angreifende Äußerung selbst schlagfertig außer Gefecht zu setzen? Alternativ kann man auch einfach die provozierende Äußerung als solche entlarven, ohne den anderen oder dessen Äußerung anzugreifen.
  • Versuche immer spontan eine Antwort geben. Nicht sprachlos sein. Dabei ist es gar nicht erst mal so wichtig ob Du als Anfänger eine unheimlich spitze Bemerkung gemacht hast („Das stimmt doch gar nicht“). Das kommt schon mit der Zeit. Eine Sammlung von Lieblingsantworten solltest Du auswendig lernen.  

Klarstellungstechnik:

  • „Du hast gerade gesagt, dass ich .... wäre. Das ist beleidigend. Du wirst ausfallend. Ich erwarte, dass du dich dafür entschuldigst und in Zukunft solche Bemerkungen unterlässt. Ich möchte, dass Du in einem anderen Ton mit mir redest. Du vergreifst Dich schon wieder im Ton. Das lasse ich nicht mit mir machen. Wir können uns weiterunterhalten, wenn Du wieder sachlich wirst.“ 

Die negative Äußerung des Gegenübers angreifen:

  • Ja-ganz-genau-Technik „Ja, ich habe wirklich von nichts eine Ahnung.“ „Ich bin richtig süß“. „Ja ich bin dicker geworden. Toll nicht?“ „Ja meine Schuhe sind richtig komisch, da steh ich drauf.“
  • Besser-als-Technik: „Du siehst aber schlecht aus“ – „Besser schlecht aussehen, als eine schlechte Bemerkung machen."
  • Gerade-Weil-Technik: „Du bist doch intelligent und stimmst mir zu?“-„Gerade weil ich intelligent bin, stimme ich Dir nicht zu“
  • Übersetzer-Technik: „Als Student wirst du ja genug Freizeit haben“-„Ach so, du meinst, dass alle Studenten faul sind und nur an ihr Privatleben denken?“
  • Ich verstehe was anderes-Technik: „Du bist ein Schwein“– „Ja, sein oder nicht sein, dass ist hier die Frage“.
  • Stereotype Antworten: „Ach was du nicht sagst“, „Sag bloß“, „soso“, „jajaja“, „hört, hört“,  (Hörfehler:) Hast Du was gesagt? Ich hab dich nicht verstanden. Hä? Hä? Auf dem Ohr bin ich taub. Red doch mal nen bisschen deutlicher. Wie bitte?  (Verzögerung:) Oh, das ist gut darüber muss ich morgen noch mal nachdenken, wenn ich es nicht vergesse. Das hast du aber gut beobachtet. 

Die Person des Gegenübers angreifen:

  • Retourkutsche: „Du spinnst“ – „Man sollte nie von sich auf andere schließen“; „Du bist ein unverschämter Lügner“- „Na du als Experte musst das ja wissen“
  • Gegenfrage: „Du bist wohl überfordert?“ – „Nein, bist du es?“
  • Honig-um-den-Bart-Technik: Ich bin von Deiner aussage total beeindruckt. Danke dass Du mir weiterhilfst. Du bist ja so klug. Du hast ja so recht.
  • Stereotype Antworten: „Du bist aber blöd“ Antworte: „Schön für Dich“, „Geht es Dir jetzt besser?“, „Ach, dass ist aber nett von Dir“, „Ach du musst mich nicht bemuttern“ „kümmere dich doch um dich selbst“ „kehr doch erst mal vor deiner Haustür“ „wer ohne schuld ist werfe den ersten Stein“, „Das geht Dich gar nichts an“ „Das kannst du doch gar nicht wissen.“ 
Andere Unterbrechen:  Hier ein paar Sätze mit denen Du andere auch mal abwürgen kannst:
    Darum geht es doch gar nicht. Du hast nichts verstanden. Das ist nicht der Punkt. Wie kommst Du denn darauf. Darüber sind wir uns ja wohl einig. Das kannst Du nicht beurteilen. Jeder halbwegs vernünftige Mensch würde das verstehen. Hast Du das immer noch nicht kapiert? Da irrst Du Dich aber. So geht das nicht. Sei doch endlich mal ruhig und hör mir zu.